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Freiburger China-Gespräche 2020

" China in der Welt"

Der stete Machtzuwachs der Volksrepublik China scheint ungebrochen und wird begleitet von einer immer schärferen Debatte über Chinas Rolle in der Welt. Manche Kommentatoren sprechen gar von einem Kampf der Systeme. In der Vortragsreihe beleuchten China-Expertinnen und Experten zentrale Akteure und Entwicklungen der chinesischen Außenpolitik und Außenwirtschaft. Sie zeigen, dass eine realistische Einschätzung Chinas die Komplexität des Landes und den Einfluss globaler Machtkonstellationen berücksichtigen muss.

Veranstalter in Kooperation: Institut für Sinologie der Universität Freiburg, China Forum Freiburg, Konfuzius-Institut an der Universität Freiburg, Colloquium politicum der Universität Freiburg

 

Mittwoch, 11.11.2020, 20:15 Uhr, HS 1199

Dr. Philipp Schröder, Dr. René Trappel, Universität Freiburg

Die "Neue Seidenstraße": China als Modell für Entwicklung und Moderne in Zentralasien?

Die von Xi Jinping im Jahr 2013 zuerst an der kasachischen Nazarbayev-Universität verkündete Initiative zum Aufbau einer Neuen Seidenstraße ist eine umfassende und langfristige Vision der Vernetzung der Welt – unter der Schirmherrschaft Chinas. Internationale Beobachter thematisieren bisher vor allem die Integrationsfähigkeit neuer wirtschaftlicher Korridore, die möglichen Verschiebungen in der geopolitischen Tektonik und die Frage, was dies letztlich für “den Westen” bedeutet. Doch welche Bedeutung hat die Initiative für die betroffenen Länder? Der Vortrag zeigt am Beispiel Kasachstan, wie chinesische Ansätze von Entwicklung und die zunehmende Präsenz Chinas in einem wichtigen Zielgebiet der Neuen Seidenstraße aufgenommen werden.

Philipp Schröder studierte Ethnologie und Politikwissenschaften an der Universität Tübingen, an der Freien Universität und der Humboldt-Universität in Berlin. Nach der Promotion 2012 an der Universität Halle-Wittenberg forschte und lehrte er am Institut für Asien- und Afrikawissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin. Seit Oktober 2017 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Ethnologie der Universität Freiburg und ist außerdem als Berater für verschiedene Projekte der Entwicklungszusammenarbeit tätig. Herr Schröders Forschungsschwerpunkte umfassen u.a. Identität, Integration und Konflikt; translokale Mobilitäten und Unternehmertum in Zentralasien und Eurasien.

 

René Trappel studierte Politikwissenschaften und Chinesisch an der Universität Duisburg-Essen und der Nationalen Ozean Universität in Qingdao. Nach dem Studium arbeitete erl als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Ostasienwissenschaften der Universität Duisburg-Essen und wurde dort 2013 promoviert. Seit 2014 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Sinologie der Universität Freiburg, wo er 2018 eine Vertretungsprofessur innehatte. Er beschäftigt sich insbesondere mit dem ländlichen Raum in China (v.a. Governance, Transformation der Landwirtschaft, Urbanisierung und Armutsbekämpfung) sowie politischem Wandel in Ostasien.

 

Montag, 07.12.2020, 20:15 Uhr, HS 1199

Dr. Sarah Kirchberger, Universität Kiel

Chinas Entwicklung zur Seemacht: Grenzen und Perspektiven

 

Die chinesische Regierung verfolgt das Ziel der Entwicklung einer erstrangigen und schlagkräftigen Hochseemarine. Sie soll die starke maritime Abhängigkeit der chinesischen Wirtschaft, die Verwundbarkeit der Seewege und die maritimen Hoheitsansprüche etwa im Südchinesischen Meer absichern. Wie weit ist dieses Ziel bereits umgesetzt? Worin liegen die geographischen, ökonomischen und außenpolitischen Grenzen dieses Unterfangens? Welche Rolle spielt insbesondere die Sorge, die der maritime Aufstieg Chinas in der Region Asien-Pazifik auslöst, welche die Konkurrenz zwischen China und den USA?

Sarah Kirchberger ist seit 2017 Leiterin der Abteilung für Strategische Entwicklung in Asien-Pazifik am Institut für Sicherheitspolitik an der Universität Kiel gGmbH (ISPK). Sie studierte
Sinologie, Politikwissenschaft und Vor- und Frühgeschichte in Hamburg und Taipei und promovierte 2003 im Fach Sinologie an der Universität Hamburg. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen u.a. die maritime Sicherheit in Asien-Pazifik und die Entwicklung der chinesischen Streitkräfte.

 

Kontakt

Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Institut für Sinologie
Werthmannstraße 12
D-79098 Freiburg i. Br.

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