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Freiburger China-Gespräche 2020

" China in der Welt"

Der stete Machtzuwachs der Volksrepublik China scheint ungebrochen und wird begleitet von einer immer schärferen Debatte über Chinas Rolle in der Welt. Manche Kommentatoren sprechen gar von einem Kampf der Systeme. In der Vortragsreihe beleuchten China-Expertinnen und Experten zentrale Akteure und Entwicklungen der chinesischen Außenpolitik und Außenwirtschaft. Sie zeigen, dass eine realistische Einschätzung Chinas die Komplexität des Landes und den Einfluss globaler Machtkonstellationen berücksichtigen muss.

Veranstalter in Kooperation: Institut für Sinologie der Universität Freiburg, China Forum Freiburg, Konfuzius-Institut an der Universität Freiburg, Colloquium politicum der Universität Freiburg

 

Donnerstag, 25.6.2020, 18:15 Uhr, HS1010

Prof. Dr. Doris Fischer, Universität Würzburg

Torn between two lovers? Die Auswirkungen des Wirtschaftskonflikts zwischen China und den USA auf Europa

Die amerikanische Wirtschaftspolitik gegenüber China hat unter der Trump-Administration einen konfrontativen Kurs eingeschlagen. Europa kooperiert wirtschaftlich eng sowohl mit China wie auch den USA und hat kein Interesse daran, in die Mühlen dieses Konfliktes zu geraten. Vor diesem Hintergrund analysiert der Vortrag die Auswirkungen des Wirtschaftskonflikts auf Europa und diskutiert die Handlungsoptionen der politischen Entscheidungsträger und der Unternehmen in Europa.

Doris Fischer ist seit 2012 Inhaberin des Lehrstuhls China Business and Economics an der Universität Würzburg. Sie studierte Sinologie und Betriebswirtschaftslehre in Hamburg und Wuhan und promovierte in Volkswirtschaftslehre an der Universität Gießen. Im Mittelpunkt ihrer zahlreichen Forschungsarbeiten zu Wettbewerb, Regulierung sowie Industriepolitik stehen das Interesse an Chinas Wirtschaftspolitik und den dadurch geschaffenen Anreizstrukturen für ökonomische Akteure.

 

Montag, 20.7.2020, 18:15 Uhr HS1010

Prof. Dr. Marcus Panning, Prof. Dr. Nicola Spakowski, Universität Freiburg

Ein Virus breitet sich aus: SARS-CoV-2, seine Bekämpfung und die Folgen in China und weltweit

Mit der Ausbreitung des neuen Coronavirus ist China weltweit in die Schlagzeilen geraten. In- und außerhalb Chinas sorgt das Virus für Verunsicherung, irrationale Reaktionen und die Warnung vor drastischen Folgen. Wie ist SARS-CoV-2 medizinisch zu erklären und einzuschätzen? Wie reagieren die chinesische Regierung und Gesellschaft auf das Virus? Welche Auswirkungen hat es auf das Leben von Chinesinnen und Chinesen im Ausland? Diese und weitere Fragen werden von einem Mediziner und einer China-Expertin beantwortet.

Nicola Spakowski ist seit 2010 Professorin für Sinologie an der Universität Freiburg. Sie studierte Sinologie und Geschichte an den Universitäten Tübingen, Nanjing und der Freien Universität Berlin, wo sie 1997 im Fach Sinologie promoviert wurde. Sie beschäftigt sich mit der Geschichte Chinas des 20. und 21. Jahrhunderts, insbesondere mit Geschichtsschreibung und öffentlicher Geschichte, Zukunftskonzepten und Fragen der Frauenforschung.

Marcus Panning ist außerplanmäßiger Professor für Virologie und als Oberarzt sowie stellvertretender Direktor am Institut für Virologie am Universitätsklinikum Freiburg tätig. Er studierte Humanmedizin an den Universitäten Greifswald und Kiel. Seine Weiterbildung zum Facharzt für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie absolvierte er am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg. Seit 2009 ist er am Universitätsklinikum Freiburg beschäftigt. Wissenschaftlicher Schwerpunkt sind klinisch-virologische Arbeiten zu neuen und sog. „emerging infections“ wie zum Zikavirus und aktuell zum SARS-CoV-2.

 

Mittwoch, 11.11.2020, 20:15 Uhr, HS 1199

Dr. Philipp Schröder, Dr. René Trappel, Universität Freiburg

Die "Neue Seidenstraße": China als Modell für Entwicklung und Moderne in Zentralasien?

Die von Xi Jinping im Jahr 2013 zuerst an der kasachischen Nazarbayev-Universität verkündete Initiative zum Aufbau einer Neuen Seidenstraße ist eine umfassende und langfristige Vision der Vernetzung der Welt – unter der Schirmherrschaft Chinas. Internationale Beobachter thematisieren bisher vor allem die Integrationsfähigkeit neuer wirtschaftlicher Korridore, die möglichen Verschiebungen in der geopolitischen Tektonik und die Frage, was dies letztlich für “den Westen” bedeutet. Doch welche Bedeutung hat die Initiative für die betroffenen Länder? Der Vortrag zeigt am Beispiel Kasachstan, wie chinesische Ansätze von Entwicklung und die zunehmende Präsenz Chinas in einem wichtigen Zielgebiet der Neuen Seidenstraße aufgenommen werden.

Philipp Schröder studierte Ethnologie und Politikwissenschaften an der Universität Tübingen, an der Freien Universität und der Humboldt-Universität in Berlin. Nach der Promotion 2012 an der Universität Halle-Wittenberg forschte und lehrte er am Institut für Asien- und Afrikawissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin. Seit Oktober 2017 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Ethnologie der Universität Freiburg und ist außerdem als Berater für verschiedene Projekte der Entwicklungszusammenarbeit tätig. Herr Schröders Forschungsschwerpunkte umfassen u.a. Identität, Integration und Konflikt; translokale Mobilitäten und Unternehmertum in Zentralasien und Eurasien.

 

René Trappel studierte Politikwissenschaften und Chinesisch an der Universität Duisburg-Essen und der Nationalen Ozean Universität in Qingdao. Nach dem Studium arbeitete erl als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Ostasienwissenschaften der Universität Duisburg-Essen und wurde dort 2013 promoviert. Seit 2014 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Sinologie der Universität Freiburg, wo er 2018 eine Vertretungsprofessur innehatte. Er beschäftigt sich insbesondere mit dem ländlichen Raum in China (v.a. Governance, Transformation der Landwirtschaft, Urbanisierung und Armutsbekämpfung) sowie politischem Wandel in Ostasien.

 

Montag, 07.12.2020, 20:15 Uhr, HS 1199

Dr. Sarah Kirchberger, Universität Kiel

Chinas Entwicklung zur Seemacht: Grenzen und Perspektiven

 

Die chinesische Regierung verfolgt das Ziel der Entwicklung einer erstrangigen und schlagkräftigen Hochseemarine. Sie soll die starke maritime Abhängigkeit der chinesischen Wirtschaft, die Verwundbarkeit der Seewege und die maritimen Hoheitsansprüche etwa im Südchinesischen Meer absichern. Wie weit ist dieses Ziel bereits umgesetzt? Worin liegen die geographischen, ökonomischen und außenpolitischen Grenzen dieses Unterfangens? Welche Rolle spielt insbesondere die Sorge, die der maritime Aufstieg Chinas in der Region Asien-Pazifik auslöst, welche die Konkurrenz zwischen China und den USA?

Sarah Kirchberger ist seit 2017 Leiterin der Abteilung für Strategische Entwicklung in Asien-Pazifik am Institut für Sicherheitspolitik an der Universität Kiel gGmbH (ISPK). Sie studierte
Sinologie, Politikwissenschaft und Vor- und Frühgeschichte in Hamburg und Taipei und promovierte 2003 im Fach Sinologie an der Universität Hamburg. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen u.a. die maritime Sicherheit in Asien-Pazifik und die Entwicklung der chinesischen Streitkräfte.

 

Kontakt

Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Institut für Sinologie
Werthmannstraße 12
D-79098 Freiburg i. Br.

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